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Bequemer Job oder Stressberuf?
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nur jede
sechste Lehrkraft erreicht die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Altersgrenze
von 64 Jahren | |
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der Anteil der Frühpensionierungen
im Lehrerbereich liegt überdurchschnittlich hoch (1997 waren 69,6% aller Frühpensionierten
in Deutschland Lehrkräfte) | |
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das Durchschnittsalter der
Lehrerinnen und Lehrer, die wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig pensioniert
werden liegt bei knapp 56 Jahren |
Bisher wird über die
Ursachen nur spekuliert. Dies ist für einen Betrieb mit über 110.000 Beschäftigten
ein Skandal. Nur mit Hilfe von Gefährdungsbeurteilungen an jedem Arbeitsplatz können
die Belastungen konkret ermittelt und danach Maßnahmen zu ihrer Beseitigung
ergriffen werden.
Gutachten besagen, dass
Lehrerinnen und Lehrer Mehrfachbelastungen ausgesetzt sind, deshalb ist in den
zwei Hauptbereichen Folgendes zu erheben:
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gibt es schädliche Bausubstanzen
im Schulhaus (PCB, Asbest, Schimmel, etc.)
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wie steht es mit der
Luftbeschaffenheit und der Beleuchtung
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reicht die Klassenraumgröße
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gibt es krankmachende Stäube, Dämpfe,
etc. in den Werkstatt- bzw. Physik- und Chemieräumen
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welche Lärmbelastung entsteht in
Turn- und Schwimmhallen
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welche körperlichen Belastungen
treten auf, z.B. durch Heben und Tragen von behinderten Schülern, durch Sitzen
auf kleinen Stühlen in Grund- und Sonderschulen, durch Tragen von Mediengeräten
in die Klassenzimmer etc.
2.
in Bezug auf
Arbeitsaufgaben, Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen u.a.
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wie wirkt sich die
Klassenzusammensetzung auf die Zusammenarbeit und das Arbeitsklima in der Klasse
aus
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an welchem Schultyp unterrichtet
die Lehrkraft (kleine Grundschule, Brennpunkt-Hauptschule, Sonderschule etc.)
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wie steht es mit der
Teambereitschaft im Kollegium
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wie werden Erwartungen der Eltern
formuliert und von der Lehrkraft umgesetzt
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gibt es ein kollegiales oder ein
hierarchisches Arbeitsklima an der Schule
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wie wirkt sich das „Lehrerbild
der Öffentlichkeit“ auf die Motivation der Lehrkräfte aus
Zusammenfassend lässt
sich zum Arbeits- und Gesundheitsschutz an Schulen feststellen: Mit dem
Arbeitsschutzgesetz als rechtliche Grundlage hat sich der Arbeitsschutz von der
ursprünglichen Unfallverhütung über die Arbeitssicherheit und medizinische
Gesundheitsvorsorge bis zur Gesundheitsförderung entwickelt. Neuartig ist der
erweiterte Präventionsauftrag, der sich vor allem auf die Verhütung von
arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren orientiert. Durch die Entwicklung zum
ganzheitlichen Arbeitsschutz sind neue arbeitswissenschaftliche
Herausforderungen und Chancen gegeben. Die bisherige Orientierung am klassischen
Arbeitsschutz ist nicht mehr ausreichend. Dies gilt insbesondere für Berufe mit
überwiegend psychosozialen Anforderungen und Belastungen, unter anderen für
die Lehrerarbeit.
Stellen Sie sich vor, Sie betreten morgens Ihre Schule und
Folgendes passiert:
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die Tür öffnet sich schwer, kaum schaffen Sie es, sich mit
Ihrer dicken Schultasche und dem Waschkorb mit Unterrichtsmaterialien
hineinzuzwängen | |
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Sie betreten Ihr Klassenzimmer und
schlagartig fängt das Hämmern in Ihrem Kopf wieder an. Oh, schon wieder
Kopfweh, wie jeden Morgen und wie bei der Kollegin nebenan. Ob in diesem Bau
aus den 70ger Jahren nicht doch irgendwelche Schadstoffe vorhanden sind? | |
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Es klingelt. Unterrichtsbeginn. Der Tafelanschrieb muss noch
schnell fertig werden. | |
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30 Schüler und Schülerinnen stürzen mit lautem Geschrei in
das viel zu kleine Klassenzimmer. | |
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Es ist Montagmorgen. Das Wochenende mit viel Fernsehen und
Computerspielen wirkt bei den SchülerInnen nach. Manche wirken verschlafen,
andere total aufgedreht und aggressiv. | |
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Gut, dass Sie erst letzte Woche die Fortbildung „Unterricht
neu denken“ besucht haben. Für heute morgen haben Sie eine offene
Unterrichtsform gewählt, so haben Sie die Möglichkeit sich flexibel auf
die heterogene Gruppe einzustellen. | |
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Die selbst erstellen Unterrichtsmaterialien kommen bei der
Klasse gut an. | |
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Auch das neue Lernprogramm am PC findet großen Anklang. Das
hat Sie in den letzten Tagen viel Zeit gekosten, und immer blicken Sie noch
nicht voll durch. | |
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Es klingelt, Pause. Im Lehrerzimmer liegt ein
Zeitungsausschnitt: „Alle Lehrer sind faule Hunde“. Nur gut dass Sie
eine Lehrerin sind, da können Sie ja nicht gemeint sein. | |
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Der Schulleiter teilt Ihnen mit: eine Kollegin ist erkrankt.
Die Hohlstunde, in der Sie eigentlich noch etwas für den Unterricht
vorbereiten wollten, fällt der Vertretungsstunde zum Opfer. | |
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Im Lehrerzimmer ist eine blöde Stimmung: alle rätseln, wer
denn wohl die Leistungsstufe bekommen hat. | |
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Dann geht auch noch das Telefon: eine Mutter beschwert sich,
dass die Tochter in Ihrem Unterricht nicht genug lernt. Auch Ihr offener
Erziehungsstil wird angegriffen. | |
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Nach dem Telefonat muss eine Kollegin noch schnell mit Ihnen
über einen gemeinsamen Schüler reden. | |
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Es klingelt, die Pause ist zu Ende, eigentlich müssen Sie
seit 1 Stunde auf die Toilette. Jetzt aber schnell. | |
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Den Overheadprojektor geschnappt und hoch geht’s in den
zweiten Stock. | |
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Am Nachmittag noch Schwimmunterricht. Der Lärm und die Wärme
in der Schwimmhalle macht Ihnen schwer zu schaffen. | |
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Endlich nach 8 Unterrichtsstunden Schulschluss. | |
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Zu Hause muss noch die Vorbereitung für den nächsten Tag
erledigt werden. | |
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Am Abend treffen Sie sich zum Essen mit einer Kollegin aus
der Sonderschule. Gemeinsam wollen sie ein „Kooperationsprojekt“ durchführen.
Intensive Absprachen sind notwendig. |
Detaillierte Infos zu diesem Thema gibt es auf den internen GEW-Seiten.
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